Der Korridor Wald beträgt ca. 3.700 km². Er verbindet für große waldlebende Arten wie den Rothirsch besonders geeignete Wildnisgebiete. Mit Hilfe einer aufwändigen rechnergestützten Landschaftsanalyse wurde ermittelt, auf welche Weise die Tiere innerhalb des erweiterten Suchraumes am ehesten von einem Gebiet zum anderen und letztendlich durch ganz Südbrandenburg wandern könnten. Die Landschaftsanalyse basiert auf Daten zur Lebensraumausstattung und den bekannten Ansprüchen der Zielarten. Ergänzend flossen Kenntnisse lokaler Behörden, Verbände und Institutionen zum Vorkommen und zu bekannten Fernwechseln der Zielarten in die Konkretisierung der Korridorbildung ein.
Es wurden alle als Verbindungsflächen oder Trittsteine geeigneten
Waldgebiete erfasst und innerhalb des Waldkorridors
"Schwerpunktbereiche Waldentwicklung" abgegrenzt. Darunter sind große
zusammenhängende Waldbereiche zu verstehen, die für die Zielarten wenig
geeignete Waldlebensräume darstellen, da es hier überwiegend um reine
Kiefernwälder handelt. In diesen Schwerpunktbereichen sollten mit den
Flächeneigentümern und Flächennutzern bevorzugt Maßnahmen zur Erhöhung
der Attraktivität dieser Gebiete als Lebens- und Aufenthaltsraum für
die Zielarten durchgeführt werden. Hierzu zählen zum Beispiel der
standortgerechte naturnahe Waldumbau, das Fördern von Strukturreichtum,
das Anlegen von Waldrändern oder das Belassen von Altbäumen bis hin zum
Zerfallsstadium.